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Der größte Erfolg seiner Karriere liegt gerade einmal 30 Tage zurück: Auf Gut Altentann bei Salzburg gewann Nicolai von Dellingshausen (32) die Austrian Alpine Open. Sein erster Sieg überhaupt auf der DP World Tour, zu der auch die BMW International Open in Eichenried bei München (2. bis 6. Juli) zählen.
Das BILD-Interview vor seinem ersten Abschlag dort.
BILD: Sie haben in Altentann eine beeindruckende Aufholjagd hingelegt. Zu welchem Zeitpunkt wussten Sie, dass Sie das Turnier gewinnen würden?
Nicolai von Dellingshausen: Ich bin bei einem Turnier die ganze Zeit im Tunnel, um mich auf mein Spiel zu konzentrieren. Tatsächlich habe ich erst am Final-Tag an der 18 gedacht, dass ich gewinnen kann. Als ich mit dem zweiten Schlag auf dem Grün war und wusste, dass ich noch zwei Putts habe, um den Sieg zu holen.
So spät erst? Am letzten Tag, am letzten Loch?
Das war auch gut so. Jeder Gedanke zu weit in die Zukunft, jedes ‚Was-wäre-wenn?‘, beeinflusst die Konzentration und damit auch das Ergebnis.
Was hat sich nach dem Triumph für Sie verändert?
Ich bin jetzt nicht mehr nur ein DP World Tour Player, sondern ein DP World Tour Winner. Das gibt mir die Möglichkeit, noch ganz andere Turniere zu spielen und beim Final-Turnier in Dubai dabei zu sein. Der Sieg hat zudem definitiv mein Selbstbewusstsein gestärkt. Und die Wahrnehmung meiner Person in der Öffentlichkeit ist größer geworden, ich habe Interviews gegeben, einen Podcast gemacht. Ich denke, dass auch das Interesse an mir jetzt bei den BMW Open deutlich größer sein wird als noch im vorigen Jahr. Ich freue mich total auf die Woche in Eichenried.
Was haben Sie in der Zwischenzeit gemacht?
Ich habe ein Turnier in Holland gespielt. Dort bin ich Siebter geworden. Dann vergangene Woche noch eines in Italien, wo ich geteilter Fünfter wurde. Ich habe also zwei Top-Ten-Ergebnisse nachlegen können. Dazwischen habe ich mit meiner Freundin zwei Wochen Urlaub gemacht.
Ihre Freundin Ilka Reimers ist Radiologin an der Charité in Berlin und eine sehr gute Amateur-Golferin. Wie oft haben Sie im Urlaub gemeinsam gespielt?
Vielleicht vier-, fünfmal. Die erste Woche in Düsseldorf, in meiner Heimat, die zweite dann in Berlin, wo sie lebt.
Sie haben in Altentann nicht nur den größten Erfolg Ihrer Karriere gefeiert, sondern auch Ihr höchstes Preisgeld gewonnen: 411 979 Euro. Was haben Sie sich davon gegönnt?
Natürlich bekommt mein Caddy seinen Anteil, was mich für ihn wirklich freut. Selbstverständlich freut sich das Finanzamt auch (lacht). Aber es bleibt genug Geld übrig, und das wird angelegt, für später. Allerdings …
… ja, bitte?
Ich tänzel schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken herum, mir eine Siebträger-Kaffee-Maschine zu kaufen. Das habe ich jetzt gemacht, sie wird demnächst geliefert.
Mit welchem Ziel starten Sie in die BMW Open?
Ich will einfach wieder mein Bestes geben. Und dann schauen, was dabei herauskommt.
Bei den BMW Open wird Long-Drive-Weltmeister Martin Borgmeier zu Gast sein. Sein Rekord: Rund 390 Meter. Sie erreichen etwa 300 Meter. Was können Sie von ihm noch lernen?
Ich kenne und schätze Martin schon seit einigen Jahren. Wahnsinn, was der raushaut. Aber er ist ja auch 1,95 Meter groß und hat ein Kreuz wie ein 52-Zoll-Bildschirm. Ich habe aber auch eine auf der Tour verhältnismäßig große Weite bei meinen Drives. Ich glaube nicht, dass mich seine Tipps entscheidend weiterbringen, und seien sie noch so gut.
Was ist größer: die Lust auf Ihr nächstes DP World Tour Turnier in Deutschland, oder der Druck, dort Ihren 1. Sieg in der höchsten europäischen Serie bestätigen zu müssen?
Man kann in diesem Sport sowieso nichts erzwingen. Ich habe große Lust, das Turnier zu spielen, nicht zuletzt, weil mich das heimische Publikum beflügeln wird. Das war auch in Altentann so, wo viele deutsche Zuschauer live dabei waren und mich unterstützt haben.
Klicke hier, um das vollständige Interview zu öffnen.
Foto: Getty Images/Bild.de